Bruckner Forschung (ÖAW)

Die Bruckner-Forschung hat an der ÖAW eine lange Tradition. Seit 1978 als zweite Arbeitsstelle Teil des Anton Bruckner Instituts Linz (ABIL) kam es 2007 seitens der ÖAW zu einer selbständigen Neugründung. Schwerpunkte sind Grundlagenforschung und Dokumentation (z. B. elektronische Bibliographie seit 2000), Publikationen sowie fallweise Veranstaltung von Workshops und Tagungen. Eine Spezialbibliothek und ein großes Archiv stellen die notwendige Infrastruktur dar.

Die Bruckner-Forschung ist Teil zweier Arbeitsgruppen der Abteilung Musikwissenschaft der ÖAW:

1) Musikwissenschaft im Kontext / Lexikographie

Ein weit fortgeschrittenes Projekt ist das „Anton Bruckner-Lexikon“ (ABLO) unter Mitwirkung internationaler Experten. Es stellt eine Erweiterung und Aktualisierung des 1996 von Uwe Harten herausgegebenen Nachschlagewerks „Anton Bruckner. Ein Handbuch“ dar. Das Lexikon umfasst Personen, Orte, Sachbegriffe sowie sämtliche Kompositionen in rund 1.000 Einträgen mit zahlreichen Abbildungen und Notenbeispielen. Im Bereich „Rezeption“ ist es dank ausländischer Mitarbeiter gelungen, geographisch breit gestreute Texte veröffentlichen zu können (z. B. Mittel- und Südamerika, China, Israel, Baltikum usw.). Das Lexikon erscheint als Online-Lexikon hier auf www.bruckner-online.at. Die Projektleitung hat Christian K. Fastl übernommen, der sich mit  Andrea Harrandt die Herausgabe des Lexikons teilt. Für die technische Umsetzung zeichnet das Austrian Center for Digital Humanities (ÖAW-ACDH) verantwortlich.

Mit „Anton Bruckners Wiener Jahre“ wurde 2009 die neue Reihe „Wiener Bruckner-Studien“ begründet. Mit einem breiten Themenspektrum und unter Mitarbeit ausländischer Brucknerforscher liegen derzeit sechs Bände vor. In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle ist im Weiteren die Faksimile-Ausgabe des so genannten „Kitzler-Studienbuchs“, eines wichtigen umfangreichen Dokumentes zur musikalischen Ausbildung des Komponisten, entstanden (2014).

Ein weiteres Publikationsprojekt zur Inventarisierung der Bruckner-Bestände des Stiftes St. Florian wird von Elisabeth Maier und Renate Grasberger durchgeführt. Der erste von drei geplanten Bänden ist 2014 erschienen (Katalog Teil 1: Das Bruckner-Archiv Gruppe 1-12, Musikwissenschaftlicher Verlag Wien), der zweite wurde 2015 vorgestellt (Katalog. Teil 2: Das Bruckner-Archiv, Gruppe 13-23).

Projekt- und Arbeitsgruppenleitung
Doz. Dr. Barbara Boisits (interimistisch)

Mitarbeiter
Mag. Dr. Christian Fastl (Teilprojektleitung ABLO)
Mag. Mirjam Kluger
Andrea Singer, BA MA

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen
Mag. Dr. Elisabeth Maier
Renate Grasberger

2) Digital Musicology

Mit dem Digitalen Werkverzeichnis Anton Bruckner (dWAB) und der Digitalen Musikanalyse mit den Techniken der Music Encoding Initiative (MEI) am Beispiel der Kompositionsstudien Anton Bruckners handelt es sich um zwei Digital Humanities-Projekte. Das Erstgenannte erstellt eine digital erscheinende Neubearbeitung des Werkverzeichnisses, während das zweite Projekt Bruckners sogenanntes „Kitzler-Studienbuch“ digital ediert und zu Analysezwecken codiert.

Projekt- und Arbeitsgruppenleitung
Doz. Dr. Robert Klugseder

Mitarbeiter
Mag. Marek Cupák
Mag. Clemens Gubsch
Paul Gulewycz B.A.
Mag. Desiree Mayer
Mag. Agnes Seipelt