Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel
Südafrika (Rezeption)
Die früheste Aufführung eines Bruckner‘schen Werkes bestritt das 1914 gegründete Cape Town Symphony Orchestra, als es am 19.8.1937 unter der Leitung von William Pickerill (1892–1955) die Vierte Symphonie aufführte. Ebenfalls unter Pickerill erklang das Werk wieder am 20.5.1943. Seit 1984 spielte dieses Orchester folgende Werke: Erste Symphonie 1990 (unter Omri Hadari [* 1941]), Zweite 1994 (Erich Bergel [1930–1998]), Dritte 1989 und 1994 (Hadari), Vierte 1986 (Hadari), 1988 (Ogan Durjan‘ Narc [1922–2011]), 1991 (Hadari), 1991 (Bergel), Sechste 1987 (Victor Yampolsky [* 1942]), 1989 (Wolfgang Bothe), Siebente 1984 (Christof Escher [* 1947]), Neunte Symphonie 1988 (Durjan‘ Narc) und Te Deum 1988 (Durjan‘ Narc). In den Jahren nach der Gründung des Johannesburg Symphony Orchestra (1934) leitete Josef Trauneck (1898–1975) die Vierte und Sechste. Das National Symphony Orchestra (Johannesburg) führte die Vierte Symphonie 1988 und 1994, die Sechste 1986, die Siebente 1976, 1978 und 1987 sowie das Te Deum 1988 und 1994 auf.
Der Rhodes University Chamber Choir unter der Leitung des in Wien geborenen Georg Gruber (1904–1979) war der erste Chor, der Bruckners Chormusik in Südafrika aufführte. Schon im dritten Jahr seines Bestehens stand ein Tantum ergo auf dem Programm (1955, 1956). Des Weiteren wurden Virga Jesse 1956, 1958 und 1959 sowie ein Ave Maria (WAB 6 [?]) 1957 aufgeführt. 1993 war Os justi zu hören. Der Stellenbosch University Choir hatte am 28.11.1969 Locus iste und ein Christus factus est (WAB 11 [?]) auf dem Programm. 1993 und 1994 war ein Ave Maria (WAB 6 [?]) im Repertoire dieses Chores. Auch der Pretoria University Choir nahm einzelne Motetten in sein Repertoire auf, ebenso der Pretoria Bach Choir, die University of Pretoria Camerata und der University of Johannesburg Choir.
Da der Lehrstuhl der Musikfakultät an der Rhodes University in Grahamstown (seit 2018 Makhanda) 1950–1996 von Österreichern besetzt war, wurde Bruckner in den Vorlesungen über die Romantik besprochen. Norbert W. Nowotny (* 1937) hielt anlässlich des Twentieth Annual Congress der Musicological Society of Southern Africa am 27.8.1993 in Durban einen Vortrag über The Thematic Material of the Reconstructed Finale of Anton Bruckner‘s Symphony No. 9. Die bisher einzige in Südafrika über Bruckner verfasste Dissertation stammt von Penelope Anne Gibson (Rhodes University 1982, s. Lit.).
Im März 2000 war die von einem Team des Anton Bruckner Instituts Linz (Christina Budimir-Halbmayr, Renate Grasberger, Elisabeth Maier) erarbeitete Wanderausstellung Anton Bruckners Lebenswelt – Lebenswerk in Kapstadt zu sehen (Ausstellungen).
Literatur
- Penelope Anne Gibson, Perspectives on the nine symphonies of Anton Bruckner: aspects of thematic and harmonic compositional techniques, with special reference to the first and final movements, Symphonies one to nine. Diss. Grahamstown 1982
- ABCD
Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 23.9.2020
Zitierlink: https://www.bruckner-online.at/ABLO_d1e8353