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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Hongkong (Rezeption)

Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Durch den Vertrag von Nanking ab 1843 britische Kronkolonie, 1997 Übergabe der Staatshoheit an die Volksrepublik China. 2019: ca. 7,5 Mio. EW.

In Hongkong wurde bereits 1895 das Sino-British Orchestra gegründet. Zunächst von Amateuren getragen, professionalisierte es sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend, wurde 1957 in Hong Kong Philharmonic Orchestra umbenannt und wirkt seit 1974 als professionelles Orchester.

Am 16.3.1975 brachte das Hong Kong Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Lim Kek-tjiang (1928–2017) mit der Vierten Symphonie erstmals ein Werk Bruckners in Hongkong zur Aufführung. Am 23.9.1977 folgte das Te Deum unter Hans Günter Mommer (1925–2001). 1982 gastierten das Tonhalle-Orchester Zürich unter Ferdinand Leitner mit der Sechsten und die Wiener Symphoniker unter Christoph Eschenbach (* 1940) mit der Siebenten Symphonie. Die Hong Kong Youth Symphonic Band unter Keung Fan-hau spielte am 28.12.1993 den Bruckner fälschlich zugeschriebenen Apollo-Marsch in Es-Dur (Incerta und Falsa), die Hong Kong Sinfonietta unter der Leitung von Chan Wing-wah (* 1954) am 12.11.1995 das Requiem in d-Moll (WAB 39). Am 30.6.1996 gastierte der Choir of Christ‘s College Cambridge mit dem Locus iste und am 23.4.1999 der Copenhagen Royal Chapel Choir unter Ebbe Munk (* 1950) mit dem Ave Maria (WAB 6 [?]) und dem Ecce sacerdos. Das Leipziger Gewandhausorchester gastierte am 14.2.2002 mit der Fünften Symphonie unter der Leitung von Herbert Blomstedt. Das Hong Kong Philharmonic Orchestra führte am 26.4.2002 unter Yoav Talmi (* 1943) die Dritte Symphonie (3. Fassung) und jeweils unter Edo de Waart ([* 1941]; 2004–2012 musikalischer Leiter und Chefdirigent des Orchesters) am 21.9.2008 die Siebente und am 27.2.2010 die Achte Symphonie (2. Fassung) auf. Die 1956 gegründete Hong Kong Oratorio Society brachte am 1.7.2010 unter der Leitung von Carmen Poon erstmals die Messe in f-Moll zur Aufführung.

Auch in den letzten Jahren gastierten immer wieder ausländische Orchester mit Werken Bruckners: die Wiener Philharmoniker 2011, auch in Macau, mit der Vierten Symphonie unter Eschenbach, das Budapest Festival Orchestra 2014 unter Iván Fischer (* 1951) und die Staatskapelle Dresden 2015 unter Christian Thielemann jeweils mit der Neunten Symphonie.

Literatur
  • Züricher Töne im Reich der Mitte. Das Tonhalle-Orchester Zürich in Hongkong und China. Zürich o. J., S. 159
  • Aufführungsmeldungen in den IBG-Mitteilungsblättern
  • Mitt. Hektor K. T. Yan und Chun-Man Wong

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 30.9.2020