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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Portugal (Rezeption)

Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Werk Bruckners steht in Portugal bislang aus. 1913 veröffentlichte der portugiesische Komponist Luis de Freitas Branco (1890–1955) in der Zeitschrift A arte musical einen Artikel über Bruckner, auf den er sich auch in seinen Kompositionen bezog.

Ab 1934 wurden Orchester gegründet, 1956 die Calouste Gulbenkian Stiftung, die bis heute eine große Rolle im Kulturleben Lissabons spielt und 1962 ein Orchester etablierte. Erste Aufführungen von Werken Bruckners fanden zunächst mit Gastorchestern statt. So spielten die Wiener Symphoniker unter Carlo Maria Giulini am 8.10.1973 in Lissabon die Siebente Symphonie, die Münchner Philharmoniker unter Sergiu Celibidache am 23.4.1994 die Achte. 2003 folgte die Sechste mit der Staatskapelle Dresden unter Bernard Haitink.

Das Orquestra Gulbenkian spielte 2005 die Dritte (unter Paavo Järvi [* 1962]), 2007 die Achte und 2011 die Sechste Symphonie (Simone Young) sowie die Dritte (Christian Zacharias [* 1950]), 2012 die Messe in f-Moll (Philippe Herreweghe). Das 1992 gegründete Orquestra Metropolitana de Lisboa spielte 2012 die Erste (James Judd [* 1949]) und 2014 die Vierte Symphonie (Fassung 1880, Michael Zilm [* 1957]). Das Gustav Mahler Jugendorchester gastierte 2013 mit der Vierten (Herbert Blomstedt) und 2014 mit der Siebenten Symphonie (David Afkham [* 1983]) in Lissabon.

Das aus dem 1947 gegründeten Orquestra Sinfónica do Conservatório de Música hervorgegangene Orquestra Nacional de Porto spielte 2007 im 2005 eröffneten Casa da Música die Neunte (Marc Tardue [* 1951]), 2008 die Sechste (Emilio Pomarico [* 1954]) und 2009 die Siebente Symphonie, 2010 die Vierte (Christoph König [* 1968]), 2014 die Dritte Symphonie (Leopold Hager [* 1935]). 2018 fand in Porto ein Bruckner-Zyklus statt.

Auf ihrer Flucht von Marseille über Spanien und Lissabon nach New York hatte Alma Mahler-Werfel (1879–1964) auch das Autograf von Bruckners Dritter Symphonie im Gepäck. – Humberto J. Mendes gestaltete um 1924 eine bronzene Bruckner-Medaille (IKO 206, Ikonografie).

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 21.9.2020