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Suitner, Otmar
* 16.5.1922 Innsbruck, Tirol/A, † 8.1.2010 Berlin/D. Dirigent, Pianist, Musikprofessor.
Klavierstudium ab 1938 am Konservatorium in Innsbruck bei Fritz Weidlich (1898–1952), anschließend 1940–1942 Klavier bei Franz Ledwinka (1883–1972) und Dirigieren bei Clemens Krauss am Mozarteum in Salzburg. 1942–1944 Korrepetitor, Erster Kapellmeister und Dirigent am Tiroler Landestheater, beim Tiroler Symphonieorchester Innsbruck sowie danach bis 1952 vorwiegend als Konzertpianist und freiberuflicher Dirigent tätig. 1952–1957 Musikdirektor in Remscheid, 1957–1960 Generalmusikdirektor des Pfalzorchesters Ludwigshafen (heute Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz), 1960–1964 Chefdirigent der Staatskapelle Dresden, 1964–1990 Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin; zahlreiche Engagements im Rahmen der Bayreuther Festspiele, an der Wiener Staatsoper und Gastspiele in Europa, USA (Nordamerika) und Japan, sowie nach Hans Swarowsky 1977–1988 Professor für Dirigieren an der Musikhochschule Wien (heute Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien). 1990 musste er aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. mit dem Nationalpreis der Deutschen Demokratischen Republik, dem päpstlichen Gregorius-Orden und dem Tiroler Landespreis für Kunst.
Noch einer altdeutschen Kapellmeistertradition entsprungen, widmete Suitner sich besonders dem Repertoire der Romantik (v. a. Richard Wagner, Richard Strauss), hegte eine Vorliebe für Wolfgang Amadeus Mozart – aus dessen Tradition er seine Klangideale schöpfte –, aber zeigte genauso eine große Affinität für zeitgenössisches Musikschaffen, wie beispielsweise die Uraufführungen einiger Opern Paul Dessaus (1894–1979) darlegen. Präzise Schlagtechnik mit zurückhaltendem Gestus bestimmten sein Dirigat, Frische, Transparenz, Klarheit und ein weiches Klangbild seine Interpretationen. Bruckners Musik fühlte er sich stets verbunden und hinterließ eine umfangreiche, viel beachtete Auswahl an CD-Einspielungen fast aller Bruckner-Symphonien zumeist mit der Staatskapelle Berlin.
Literatur
- Art. „Suitner, Otmar“, in: RiemannHugo Riemann, Musik-Lexikon (Riemann Musik Lexikon). 1.-12. Aufl. Mainz 1882-1975 1979, S. 562
- Thomas Brezinka, Zeuge einer vergangenen Ära. Ein Portrait des Dirigenten Otmar Suitner, in: Das Orchester (1997) Nr. 6, S. 16–20
- Art. „Suitner, Otmar“, in: NGroveD²Stanley Sadie (Hg.), The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 29 Bde. 2. Ausgabe. London 2001 24 (2001), S. 684
- Dirk Stöve, Meine herrliche Kapelle. Otmar Suitner und die Staatskapelle Berlin. Berlin 2002
- Igor Heitzmann (Regie), Nach der Musik. Otmar Suitner, ein Dirigent, zwei Familien in zwei deutschen Staaten, eine Reise zum Vater. o.O. 2012 [DVD-Video]
- Bernhold Schmid, Art. „Suitner, Otmar“, in: www.deutsche-biographie.de [24.9.2019]
- Uwe Harten, Art. „Suitner, Otmar“, in: www.musiklexikon.ac.at [24.9.2019]
- www.welt.de/kultur/article5810325/Dirigent-Otmar-Suitner-stirbt-mit-87-Jahren.html [24.9.2019]
- www.abruckner.com/sitesearch/searchdiscographyd/default.htm?search=suitner [24.9.2019]
Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 24.9.2019
Zitierlink: https://www.bruckner-online.at/ABLO_d1e4012