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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Stadlmair (Stadlmaier), Hans

* 3.5.1929 Neuhofen an der Krems, Oberösterreich/A, † 13.2.2019 München, Bayern/D. Dirigent, Komponist.

Erhielt seine musikalische Ausbildung in Linz und Wien, wo er Violine und Musiktheorie u. a. bei Alfred Uhl (1909–1992) an der Akademie für Musik und darstellende Kunst studierte (1946–1952/53). Ab 1952 folgte Unterricht in Komposition bei Johann Nepomuk David in Stuttgart, wo er auch ersten Tätigkeiten als Dirigent nachging. Ab 1956 leitete er als Dirigent das Münchener Kammerorchester (bis 1995). Mit diesem unternahm er internationale Tourneen und spielte viele Aufnahmen für den Bayerischen Rundfunk ein. Bei den Salzburger Festspielen war er zeitweise als Dirigent des Mozarteumorchesters Salzburg tätig (zwischen 1976 und 1986). Mit den Bamberger Symphonikern nahm er ebenfalls mehrere CD-Einspielungen auf — insbesondere die Werke von Joseph Joachim Raff (1822–1882). Sein kompositorisches Schaffen wurde von der Zweiten Wiener Schule beeinflusst. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Anekdotenhaft berichtet Stadlmair, dass es sich bei seiner ersten musikalischen Erfahrung mit einem Symphonieorchester um eine Aufführung der Neunten Symphonie durch das Linzer Bruckner-Orchester unter Wilhelm Furtwängler in Linz im Jahr 1941 handelte. Eine erste Aufführung eines Brucknerschen Werkes – eben jener Neunten Symphonie – unter seiner eigenen Leitung fand am 6.10.1961 im Kaufmännischen Vereinshaus in Linz statt. Weiterhin leitete Stadlmair auch eine Aufführung der Messe in e-Moll durch den Lehrergesangverein am 25.6.1968 in Nürnberg anlässlich der 17. Internationalen Orgelwoche.

Stadlmair legte eine Bearbeitung des Streichquintetts in F-Durfür Streichorchester vor, bei der eine Kontrabassstimme ergänzt wurde. Im Booklet der zugehörigen CD-Einspielung beschreibt Gottfried Kraus die Bearbeitung wie folgt: „Lediglich die zusätzliche Verwendung der Kontrabässe schafft neue Ausdrucksmöglichkeiten, der große Streicherklang lässt uns in Bruckners unverwechselbarer Sprache auch die Vorbilder, nicht zuletzt den Einfluss Richard Wagners deutlicher erkennen, als das in der vergleichsweise spröderen kammermusikalischen Fassung der Fall ist.“ (Kraus, CD-Booklet). Neben der CD-Einspielung durch die Bamberger Symphoniker unter Lothar Zagrosek (* 1942) aus dem Jahr 1994 wurde das Adagio in der bearbeiteten Fassung auch von Herbert Blomstedt (mit dem NDR-Sinfonieorchester 1997 und dem Gewandhausorchester 1997) sowie komplett von Ruben Gazarian (*1971) und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn eingespielt.

Stadlmairs musikalischer Nachlass befindet sich im Deutschen Komponistenarchiv Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden.

Werke
  • Orchesterwerke (u. a. Sinfonietta, Sinfonia serena, Miró)
  • Chorwerke (u. a. Das Auge des Adlers)
  • Kammermusik (u. a. Saxophonia, Intermezzi f. drei Blockflöten)
  • Solowerke (u. a. Circulus f. Violine)
Schriften
  • „...denn da feiert kein Stern, kein Stern steht stille.“, in: Gerd Sievers (Hg.), Ex Deo nascimur. Festschrift zum 75. Geburtstag von Johann Nepomuk David. Gewidmet von ehemaligen Schülern, Freunden, Förderern und Verehrern. Wiesbaden 1970, S. 45–57
Literatur
  • Jahresbericht der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien für die Studienjahre 1945/46–1954/55. Wien 1960, S. 318 u. 381
  • Heinrich Weber, Die Geschichte des Lehrergesangvereins Nürnberg 1878–2003, Nürnberg 2003, S. 156
  • David Cummings (Hg.), International Who’s who in Music and Musicians‘ Directory (in the Classical and Light Classical Fields). London 2000, S. 611
  • Kristin Amme, Das Naturell hat mir geholfen. Nachruf, Bayerischer Rundfunk, 2019, in: https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/nachruf-hans-stadlmair-100.html [27.7.2021]
  • Alexander Rausch, Art. „Stadlmair, Hans“, in: www.musiklexikon.ac.at [27.7.2021]
  • Art. „Stadlmair, Hans“, in: www.komponistenarchiv.de [27.7.2021]
  • Archivergebnisse, in: archive.salzburgerfestspiele.at [27.7.2021]
  • Pressetext, in: www.bamberger-symphoniker.de [27.7.2021]
  • ABCD

CLEMENS GUBSCH, KAROLINE HOCHSTÖGER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 27.7.2021

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Normdaten (GND)

Stadlmair (Stadlmaier), Hans: 124017681

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