Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel
Harten, Uwe
* 16.8.1944 Ehrhorn, Niedersachsen/D. Musikwissenschaftler.
Aufgewachsen in Hamburg, Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte in Hamburg und ab 1964 in Wien. 1972–2007 Mitarbeiter und 1985–1997 auch Mitglied der Kommission für Musikforschung (seit 2020 Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage, ACDH-CH, vormals Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Arbeiten u. a. für die Wiener Kammeroper sowie langjährige Zusammenarbeit mit Anthony van Hoboken (1887–1983) an dessen Werkverzeichnis zu Joseph Haydn. 1974–1990 zudem wissenschaftlicher Sekretär, dann Präsidiumsmitglied der Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich. Seit der Gründung im Oktober 2002 ist er Präsident der Internationalen Hans Rott Gesellschaft Wien (Hans Rott).
Ab 1977 wurde Harten vom damaligen Kommissions-Obmann Franz Grasberger und dessen Nachfolger Othmar Wessely auch zur Mitarbeit an der Bruckner-Forschung eingesetzt, war 1988–2000 stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Anton Bruckner Instituts Linz (ABIL), 1977–2000 an der Organisation der Linzer Bruckner-Symposien (Symposien und Tagungen) und 1995–1996 als Mitarbeiter an der Oberösterreichischen Landesausstellung Vom Ruf zum Nachruf im Stift St. Florian (Ausstellungen) beteiligt. Bis 2000 redaktionelle Gesamtleitung und Mitherausgeber der ABIL-Publikationen. Er war Projektleiter und Herausgeber sowie Autor zahlreicher Artikel des bereits im Jahr 2000 vergriffenen Bruckner-Handbuchs 1996 sowie am Beginn der Arbeiten am Bruckner-Lexikon ehrenamtlich als dessen Mitherausgeber tätig (gemeinsam mit Erich Wolfgang Partsch), später auch als Bearbeiter von ihm betreuter Artikel (u. a. Brigitte Hamann, Manfred Skopec).
Schriften
- Carl Debrois van Bruyck (1828–1920). Leben und Wirken als Musikschriftsteller. Nebst Familienchronik, Kompositions- und Schriftenverzeichnis. Diss. Wien 1974
- Max Kalbeck, in: Bruckner-Symposion 1983Othmar Wessely (Hg.), Bruckner-Symposion. Johannes Brahms und Anton Bruckner. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 1983. 8.–11. September 1983. Bericht. Linz 1985, S. 123–132
- Bruckner-Bibliographie IRenate Grasberger, Bruckner-Bibliographie (bis 1974) (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 4). Graz 1985 (Mitarbeit)
- Die Publikationen des Anton Bruckner Institutes Linz, in: Bruckner-Symposion Leipzig 1987Steffen Lieberwirth (Hg.), Kongreßbericht zum V. Internationalen Gewandhaus-Symposium. Anton Bruckner – Leben, Werk, Interpretation, Rezeption. Anläßlich der Gewandhaus-Festtage 1987. Leipzig, 9.–11. Oktober 1987. Leipzig 1988, S. 178–182
- Bruckners Äußerungen zur Orchestermusik seiner Zeit, in: Bruckner-Symposion 1989Othmar Wessely (Hg.), Bruckner-Symposion. Orchestermusik im 19. Jahrhundert. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 1989. 20.–24. September 1989. Bericht. Linz 1992, S. 161–171
- Bruckner-Ikonographie IRenate Grasberger, Bruckner-Ikonographie. Teil 1: Um 1854 bis 1924 (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 7). Graz 1990 (Mitarbeit)
- Zu Anton Bruckners vorletztem Münchner Aufenthalt. Ein Mißgeschick vor dem Te Deum-Erfolg, in: Studien zur Musikwissenschaft 42 (1993), S. 323–333
- Round Table-Beitrag zur Bruckner-Berichterstattung in der liberalen Tagespresse, in: Bruckner-Symposion 1991Othmar Wessely (Hg.), Bruckner-Symposion. Bruckner-Rezeption. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 1991. 18.–22. September 1991. Bericht. Linz 1994, S. 93–98
- Zu Bruckners Wiener „Leidenszeit“, in: Bruckner-Symposion 1994Othmar Wessely u. a. (Hg.), Bruckner-Symposion. Bruckner-Freunde – Bruckner-Kenner. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 1994. 21.–25. September 1994. Bericht. Linz 1997, S. 13–17
- Bruckner-Bilder ... wie die anderen ihn sehen, in: Vom Ruf zum NachrufHelga Ritschel (Red.), Vom Ruf zum Nachruf. Künstlerschicksale in Oberösterreich. Anton Bruckner. Landesausstellung Oberösterreich 1996 [Katalog]. Linz 1996, S. 284–310
- (Hg.), Bruckner-Handbuch 1996Uwe Harten (Hg.), Anton Bruckner. Ein Handbuch. Salzburg–Wien 1996
- Bruckner – skizziertRenate Grasberger/Erich Wolfgang Partsch, Bruckner – skizziert. Ein Porträt in ausgewählten Erinnerungen und Anekdoten (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 8). 2., verbesserte Aufl. Wien 1996 (Mitarbeit)
- „Germanen durchschreiten des Urwaldes Nacht“. Zu Anton Bruckners Chorwerk Germanenzug, in: Österreichische Musik – Musik in ÖsterreichElisabeth Th. Hilscher (Hg.), Österreichische Musik – Musik in Österreich. Beiträge zur Musikgeschichte Mitteleuropas. Theophil Antonicek zum 60. Geburtstag (Wiener Veröffentlichungen zur Musikwissenschaft 34). Tutzing 1998, S. 395 402
- (Hg.), Hans Rott (1858–1884). Biographie, Briefe, Aufzeichnungen und Dokumente aus dem Nachlaß von Maja Loehr (1888–1964) (Veröffentlichungen der Kommission für Musikforschung/Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse 27). Wien 2000
- Hans Rott (1858–1884). „Alles wird sich erfüllen“ – 100 Jahre verspätete Reaktion auf Kreativität, in: Bruckner-Symposion 2000Theophil Antonicek/Andrea Harrandt/Erich Wolfgang Partsch (Hg.), Bruckner-Symposion. Kreativität und Gesellschaft. Die materielle und soziale Situation des Künstlers. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 2000. 20.–24. September 2000. Bericht. Linz 2004, S. 79–88
- Hans Rott und Gustav Mahler. Rott-Reminiszenz oder Mahler-Antizipation? Aus Berichten und Quellen, in: Nachrichten zur Mahler-Forschung 45 (2001), S. 13–26
- Bruckner-Bibliographie IIRenate Grasberger, Bruckner-Bibliographie II (1975–1999) und Nachträge zu Band I (bis 1974) (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 12). Wien 2002 (Mitarbeit)
- (gem. mit Salome Reiser), Art. „Kalbeck, Max“, in: MGG²Ludwig Finscher (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. 29 Bde. (Sach- und Personenteil). 2. neubearb. Ausgabe. Kassel u. a. 1994–2008 9 (2003), Sp. 1386–1390
- Art. „Rott, Hans“, in: MGG²Ludwig Finscher (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. 29 Bde. (Sach- und Personenteil). 2. neubearb. Ausgabe. Kassel u. a. 1994–2008 14 (2005), Sp. 527–530
- Max Kalbeck – Eine Mehrfach-Begabung (Max Kalbeck – talent wszechstronny), in: Piotr Szalsza/Romuald Kaczmarek (Hg.), Max Kalbeck – Wiedeńczyk z Wrocławia (Max Kalbeck – Ein Wiener aus Breslau). Sympozjum naukowe Wrocław 17.11.2001. Wrocław–Dresden 2006, S. 11–44
- (Hg.), Max Kalbeck zum 150. Geburtstag – Skizzen einer Persönlichkeit. Symposion, Wien 21.–24. Mai 2000. Bericht. Tutzing 2007
- Max Kalbeck – Leben und Wirken in Wien, in: Uwe Harten (Hg.), Max Kalbeck zum 150. Geburtstag – Skizzen einer Persönlichkeit. Symposion, Wien 21.–24. Mai 2000. Bericht. Tutzing 2007, S. 49–60
- Uwe Harten/Johannes Volker Schmidt (Hg.), „Die Sache, für die mein Leben einsteht“. Studien zu Leben und Werk des Wiener Komponisten Hans Rott (Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 83). Hildesheim–Zürich–New York 2014
- Zum Stand der Rott-Forschung und -Rezeption, in: Uwe Harten/Johannes Volker Schmidt (Hg.), „Die Sache, für die mein Leben einsteht“. Studien zu Leben und Werk des Wiener Komponisten Hans Rott (Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 83). Hildesheim–Zürich–New York 2014, S. 15– 42
- Art. „Rott, Hans (Taufname: Johann Nepomuk Karl Maria Lutz; seit 1863 Roth)“, in: www.deutsche-biographie.de [3.9.2019]
- Art. „Rott (eig. Roth), Familie“, in: www.musiklexikon.ac.at [3.9.2019]
Literatur
- Mitt. Harten
- https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Harten [3.9.2019]
- www.hans-rott.org/harten.htm [3.9.2019]
Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 17.6.2020
Zitierlink: https://www.bruckner-online.at/ABLO_d1e1695