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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Sonate für Klavier in g‑Moll (WAB add 243)

Entwurf zu einem Sonatensatz

EZ: 29.6.1862 in Linz
Aut.: ÖNB‑MS (Mus.Hs.44706, Kitzler-Studienbuch)
ED: s. NGAAnton Bruckner. Sämtliche Werke. Kritische Gesamtausgabe. Hg. v. der Generaldirektion der Österreichischen Nationalbibliothek und der Internationalen Bruckner-Gesellschaft. Wien 1951ff. (Editionsleitung: Leopold Nowak, auch als Neue Gesamtausgabe bezeichnet)
NGA: Band XII/2 mit Revisionsbericht (Walburga Litschauer, 2000; verb. Aufl.); Band XXV (Paul Hawkshaw/Erich Wolfgang Partsch, 2014; Faksimile)

Tonartenbezeichnungen, Notizen zur Form und andere kompositionstechnische Bemerkungen sowie eine angefügte Alternativ-Version für einen Abschnitt deuten darauf hin, dass es sich bei diesem für den Unterricht bei Otto Kitzler geschriebenen umfangreichen Entwurf auf S. 157–164 des Kitzler-Studienbuchs um eine Kompositionsübung handelt. Damit ist ein Zusammenhang mit weiteren im Kitzler-Studienbuch befindlichen Kopfsätzen für Klaviersonaten gegeben. In einigen wenigen Takten sind die Noten für die linke Hand im Autograf zwar nicht ausgeschrieben, aber durch Wiederholung der zuvor notierten Begleitfiguren leicht zu ergänzen.

Bruckner orientierte sich am Modell einer kontrastiv angelegten Sonatenhauptsatzform. Die Themen in g‑Moll, F‑Dur (ab T. 29) und b‑Moll in der Schlussgruppe (ab T. 62) sind deutlich ausformuliert und dokumentieren harmonische Weite. Die Überleitungen bestehen jedoch überwiegend aus schematisch wirkenden Akkordzerlegungen. Satztechnisch und harmonisch ist eine Nähe zu Franz Schubert festzustellen.

Literatur

WALBURGA LITSCHAUER, ERICH WOLFGANG PARTSCH

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 18.11.2019