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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Asperges (WAB 4)

Vierstimmiger gemischter Chor a cappella (Orgel ad lib.?) in F‑Dur, „Moderato“

EZ: wahrscheinlich um 1843/44 in Kronstorf
UA: ?; früheste bekannte Aufführung am 11.7.1897 in Linz, Alter Dom
Aut.: verschollen; ÖNB‑MS (Mus.Hs.33194, As. von Arthur Bauer, Urfahr 26.4.1907; gelangte vermutlich über Johann Baptist Burgstaller an August Göllerich, später an Max Auer)
ED: Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 3/2, S. 140f. (1930)
NGA: Band XXI (Hans Bauernfeind/Leopold Nowak, 1984) und Revisionsbericht (1984)

Diese Komposition wurde, wohl wegen der späten Erwähnung bei Göll.-A. 3/1, vielfach Bruckners Linzer Jahren zugeschrieben (vgl. WAB, S. 8: Linz, um 1868). Die unruhige, chromatisch verschärfte und stellenweise „gesuchte“ Harmonik lässt das Werk jedoch eher als eine Schularbeit erscheinen und ist unter Umständen noch in die Kronstorfer (1843–1845) oder ersten St. Florianer Jahre Bruckners einzureihen. Der in Viertelnoten geschriebene akkordische Satz (fast durchwegs Note gegen Note) muss als ein langsames Psalmodieren des Chores ausgeführt werden. Bei „Asperges me“ zitiert Bruckner die gregorianische Intonation; der Psalmvers „Miserere mei“ ist durch das vorgeschriebene p bzw. pp von der durchwegs f zu singenden Antiphon deutlich abgegrenzt. In Linz wurde dieses Asperges (WAB 4) am 11.7.1897, 22.8.1897, 21.6.1903, 20.7.1904 und 1.6.1907 gesungen (Klugseder/Kaiser, S. 10).

ELISABETH MAIER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 29.5.2017