Zum Hauptinhalt springen

Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Reischl (verehel. Gugg), Wilhelmine (Mina)

* 28.12.1873 Altheim, Oberösterreich/A, † 8.3.1901 München, Bayern/D.

Tochter des Kaufmanns und Agenten zahlreicher Versicherungsgesellschaften Nikolaus Reischl (* 9.12.1843 Altheim, † 6.2.1899 Altheim) und seiner Frau Magdalena, geb. Kofler (* 24.12.1851 St. Georgen im Attergau, Oberösterreich/A, † 2.10.1899 Altheim).

Bruckner lernte Mina Reischl in Steyr kennen (Göll.-A. 3/1, S. 614; Frauen) und machte ihr im September 1891 in Altheim einen Heiratsantrag, den sie ablehnte: „Es thut mir sehr leid, den mir so schmeichelhaften Antrag nicht annehmen zu können, und dürfen Sie das nur meiner Jugend zu messen; auch bitte ich sich auch in Zukunft keine Hoffnung zu machen.“ (Briefe II, 910916). Dennoch entspann sich ein Briefwechsel bis 1893 (Briefe II, 911023/2, 921206, 931012, 931014/1). Auf dem Foto Minas steht vermerkt: „Letzte Ober-Oesterreicherin, die ich geliebt habe“ (ÖNB-MS, F28.Goellerich.379/7). Wilhelm Jerger meinte dazu: „Wenn wir den zeitgenössischen Berichten glauben dürfen, muß es sich hier um eine tiefere Beziehung von beiden Seiten gehandelt haben.“ (Jerger, S. 168).

Sie besuchte Bruckner noch 1896 mit ihrer Mutter im Kustodenstöckl (Belvedere, Wohnungen). Am 26.5.1896 heiratete sie den Braunauer Fabrikanten Sigmund Gugg (* 21.4.1866 Braunau am Inn, Oberösterreich/A, † 7.8.1903 Braunau am Inn), mit ihm hatte sie zwei Kinder: Sigmund (Rupert Nikolaus, * 3.5.1897 Braunau am Inn, † ?) und Wilhelmine (Aloisia Magdalena, * 3.5.1898 Braunau am Inn, † 19.9.1898 Altheim). Nach Minas frühem Tod in der Münchner Krankenanstalt Josefinum ehelichte Gugg am 16.6.1903 Helene Straub; nur wenige Wochen später verübte er Selbstmord.

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 5.10.2020

Medien

Kategorien

Abbildungen

Abbildung 1: Wilhelmine Reischl (ÖNB-MS, F28.Goellerich.379/7)

Links