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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Krackowizer, Maximilian

* 6.7.1888 Linz, Oberösterreich/A. † 14.6.1952 Vöcklabruck Oberösterreich/A. Rechtsanwalt, Chorleiter und Pianist.

Sohn des k.u.k. Evidenzobergeometers Maximilian Josef Krackowizer (1851–1911) und der Anna Salbert (1858–1938). Ab ca. 1902 musikalische Ausbildung in der Linzer Musikvereinsschule in den Fächern Klavier bei August Göllerich und Violine bei Heinrich Dessauer (1863–1917). Nach der Matura Jus-Studium in Innsbruck mit anschließender Promotion 1913. Am 4.9.1916 Hochzeit mit Hedwig Scholz (1893–?) in Lemberg. Bis 1919 Rechtsanwaltsanwärter in Gmunden und im gleichen Jahr Aufnahme in die Liste der oberösterreichischen Rechtsanwälte sowie Eröffnung einer Kanzlei in Frankenmarkt. Mit der Übersiedelung nach Vöcklabruck ca. 1924 aktiver Teil des ortsansässigen Musiklebens. Als Nachfolger von Max Auer 1927–1932 Chormeister der Liedertafel Vöcklabruck und 1924–1927 sowie 1929–1932 Vorstandsmitglied der Liedertafel sowie Beirat des örtlichen Brucknerbundes und des Kirchenmusikvereins. 1926 Ehrenmitglied des Männergesangvereins Die Bären aus München.

Dass Krackowizer vermutlich bereits seit seiner Kindheit mit Bruckners Musik in Kontakt kam, ist nicht nur durch seine Ausbildung bei Göllerich zu vermuten, sondern lässt sich auch auf seinen Onkel. In einer Gedenkrede im Rahmen des Konzertes zugunsten der August-Göllerich-Gedächtnis-Stiftung am 19.3.1924 berichtete Krackowizer über den Klavierunterricht bei Göllerich folgendes: „Als Klavierlehrer verstand er zu individualisieren. Der Weg ging von J. S Bach aus und führte zu den Höhen Beethovens und Liszts. Er schulmeisterte nicht, sondern lehrte.“ (Linzer Tages-Post 20.3.1924, S 8). Gerade mit dem Umzug nach Vöcklabruck lässt sich ein deutlicher Anstieg der musikalischen Aktivitäten Krackowizers als ausführender Musiker und organisatorischer Leiter feststellen: Im Bruckner-Jahr 1924 hält Krackowitzer bei der Bruckner-Gedenkfeier in Ried im Innkreis am 23.11.1924 eine Festrede, für die Centenarfeier in Vöcklabruck fungierte er als Obmann des Festausschusses und dirigierte außerdem den Chor „Wachet auf“ aus Richard Wagners Meistersinger von Nürnberg. Anlässlich der Feier zum 75jährigen Bestehen der Liedertafel Vöcklabruck trat Krackowizer als Interpret des Intermezzo zusammen mit Maria Zunt, Karl Maaß (1873–1943), Johann Georg Neumann (1888–1959) und Karl Schätzner (?–1942) in Erscheinung. Die Aufführung am 5.11.1927 in Vöcklabruck, zu der Krackowizer neben einer Klavierfassung der Vierten Symphonie (1. und 3. Satz) auch die Uraufführung des Liedes Herbstkummer zusammen mit Zunt beitragen sollte, fand entgegen der Ankündigung (Linzer Volksblatt 29.10.1927, S. 9) jedoch nicht statt. Nichtsdestotrotz war Krackowizer in seiner Funktion als Beirat des örtlichen Brucknerbundes sowie ab 1927 als Chormeister der Liedertafel Vöcklabruck stark in sämtliche musikalischen Aktivitäten stark eingebunden und ist zum Vöcklabrucker Bruckner-Kreis der 1920er Jahre um Max Auer zu zählen.

Literatur
  • [Linzer] Tages-Post 28.5.1903, S. 4
  • Innsbrucker Nachrichten 30.1.1913, S. 3
  • Salzburger Volksblatt 13.9.1916, S. 3
  • Amtsblatt zur Wiener Zeitung und Zentralanzeiger für Handel und Gewerbe 4.12.1919, S. 1
  • F[ranz]. G[räflinger]., Bruckner Jahrhundertfeier in Vöcklabruck, in: Neues Wiener Tagblatt 19.9.1924, S. 11
  • [Linzer] Tages-Post 2.12.1924, S. 5
  • [Linzer] Tages-Post 31.1.1926, S. 14
  • Linzer Volksblatt 29.10.1927, S. 9
  • Kunstschaffen. Bruckner Gedächtnisfeier in Vöcklabruck, in: Linzer Volksblatt, 9.11.1927, S 7
  • Festschrift. Hg. aus Anlaß des 80jährigen Bestandes der Liedertafel Vöcklabruck [1850–1930]. Vöcklabruck 1930
  • Taufbuch 1861–1873 der Pfarre Sievering, pag. 33
  • ABCD.

CLEMENS GUBSCH

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 22.3.2023