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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Rainer, Arnulf

* 8.12.1929 Baden, Niederösterreich/A. Maler.

1937 erlebte er sich das erste Mal als Künstler, weil er im Zeichenunterricht besonders für seine schönen Bäume gelobt wurde. 1944 verließ er die Schule (eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt in Traiskirchen), weil er gezwungen wurde, nach der Natur zu zeichnen. In Kärnten, wo er die nächsten Jahre verbrachte, malte er Aquarelle, entschlossen als Künstler weiterzuarbeiten.

1947–1949 Besuch der Staatsgewerbeschule in Villach, 1949 Matura. Studienversuche an der Akademie (Hochschule) für angewandte Kunst und an der Akademie der bildenden Künste schlugen nach wenigen Tagen fehl. Bekanntschaft mit Künstlern wie Ernst Fuchs (1930–2015), Arik Brauer (* 1929), Anton Lehmden (* 1929) u. a., Mitbegründer der „Hundsgruppe“, eines der kürzesten und heftigsten Intermezzi der jüngeren österreichischen Kunstgeschichte, als Reaktion auf den „Art Club“-Ästhetizismus. Bei der ersten (und einzigen) Ausstellung der Hundsgruppe 1951 in Wien startete Rainer, der sich damals „TRRR“ nannte (onomatopoetisches Knurren eines Hundes), eine spontane Publikumsbeschimpfung.

Rainer wandte sich von diesen Richtungen ab auf der Suche nach neuen Wegen (Fotomappe „Perspektiven der Vernichtung“). 1953–1959 Kontakt zu Otto Mauer (1907–1973), der 1955 die Galerie nächst St. Stephan gründete.

1953–1965 entstanden „Übermalungen“, die ihn in den nächsten Jahren weiterbeschäftigten. Experimente mit Drogen. 1966 Österreichischer Staatspreis für Grafik, 1973 Würdigungspreis des Landes Niederösterreich, 1976 Ausstellung in der Neuen Galerie in Linz, 1978 Großer Österreichischer Staatspreis für Bildende Kunst und Vertreter Österreichs bei der Biennale in Venedig. Seit 1981 Professor an der Akademie der Bildenden Künste Wien und Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 2015 wurde Rainer das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

1993 Eröffnung des Arnulf-Rainer-Museum in New York, seit 2009 Arnulf Rainer-Museum in Baden bei Wien.

Aus dem Interesse an der Thematik des Todes heraus entstanden Übermalungen von Totenmasken. In diesem Zusammenhang folgte in den 1970er und 1980er Jahren auch eine Auseinandersetzung mit Bruckner (IKO 447, 496). Außerdem Werkzyklen über religiöse Themen (z. B. Kreuz).

Literatur

RENATE GRASBERGER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 14.1.2019

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Normdaten (GND)

Rainer, Arnulf: 118597930

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