{"id":618,"date":"2014-06-07T10:20:00","date_gmt":"2014-06-07T08:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bruckner-online.at\/about-us-2-2-2-2-2-6\/"},"modified":"2024-05-20T14:20:33","modified_gmt":"2024-05-20T12:20:33","slug":"hinweise-zur-datenbank","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.bruckner-online.at\/?page_id=618","title":{"rendered":"Werksystematik"},"content":{"rendered":"<p>Die Werksystematik des neuen Bruckner-Werkverzeichnisses bildet in den Kategorien A\u2013K den bisherigen Quellenbestand aller bekannten Bruckner-Quellen ab (siehe Quellenlage). Die Diversit\u00e4t des vorhandenen Quellenmaterials erforderte es, den bereits im Grasberger-Verzeichnis vorhandenen Kategorien A\u2013D, die Kategorien E\u2013K zur Seite zu stellen, um nicht einen gro\u00dfen Anteil Brucknerscher Handschriften aus dem Verzeichnis auszuklammern. Gleichzeitig ist dem Werkverzeichnis somit ein Quellenkorpus eingegliedert, deren musikalischer Inhalt nicht dem typischen Anspruch an ein vollwertiges Werk entspricht und im Falle von Abschriften von Werken anderer Komponisten oder Kompositionsstudien sicher auch von Bruckner nicht als solche verstanden wurden. Nichtsdestotrotz haben sich die Editoren daf\u00fcr entschieden, diese Quellen mit aufzunehmen, da mit dem Werkverzeichnis so einerseits die Perspektive um bisher weniger erforschte Bereiche in Bruckners Schaffen \u2013 wie der musikalischen Praxis in St. Florian oder der musikalischen Ausbildung in Linz und Wien \u2013 erweitert und andererseits die Gesamtheit des kompositorischen Wirkens und dessen Herausbildung durch das Studium anderer Komponisten abgebildet werden kann. S\u00e4mtliche vorliegenden Werke wurden gem\u00e4\u00df ihrer gattungs- und besetzungsspezifischen Eigenheiten in die Kategorien eingeordnet und innerhalb der jeweiligen Kategorie (soweit m\u00f6glich) alphabetisch sortiert. Anschlie\u00dfend wurden f\u00fcr diejenigen Werke, die keine Werknummer oder eine \u201eWAB deest\u201c-Nummer aufwiesen, neue Nummern ausgehend von der Ordnungszahl 200 vergeben.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind die Werkeintr\u00e4ge der Datenbank (und auch des neuen, gedruckten Verzeichnisses) weiterhin in der Reihenfolge der WAB-Nummern geordnet. Die digitale Datenhaltung erlaubt jedoch auch eine Visualisierung anhand der Kategorien.<\/p>\n<p><strong>A. Geistliche Vokalmusik<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">1. Messen<br \/>2. andere Vokalwerke<br \/>2a. mit Instrumentalbegleitung<br \/>2b. ohne Instrumentalbegleitung<\/p>\n<p><strong>B. Weltliche Vokalmusik<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">1. Kantaten<br \/>2a. Ch\u00f6re f\u00fcr gemischte Stimmen<br \/>2b. Ch\u00f6re f\u00fcr M\u00e4nnerstimmen<br \/>3. Solistisch besetzte Vokalmusik<\/p>\n<p><strong>C. Instrumentalmusik<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: none;\">\n<li>1. Orchesterwerke ohne Symphonien<\/li>\n<li>2. Symphonien<\/li>\n<li>3. Kammermusik<\/li>\n<li>4. Bl\u00e4sermusik<\/li>\n<li>5. Klavierst\u00fccke<\/li>\n<li>6. Orgelwerke<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>D. Verschollene Werke<\/strong><\/p>\n<p><strong>E. Skizzen, Fragmente und Entw\u00fcrfe<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: none;\">\n<li>1. Geistliche Vokalmusik<\/li>\n<li>2. Weltliche Vokalmusik<\/li>\n<li>3. Instrumentalmusik<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>F. Studien und analytische Arbeiten<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: none;\">\n<li>1. Dokumente aus Bruckners Lehrjahren<\/li>\n<li>2. Dokumente von Bruckners Lehrt\u00e4tigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>G. Bearbeitungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Abschriften von Werken anderer Komponisten<\/strong><\/p>\n<p><strong>I. Incerta<\/strong><\/p>\n<p><strong>K. Falsa<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Garamond',serif; color: windowtext;\">Werke der Kategorien A\u2013D<\/span><\/h3>\n<p>Die in den Kategorien A\u2013D eingeordneten Werken k\u00f6nnen als vollst\u00e4ndige Werke bezeichnet werden. Die Kategorien <em>Geistliche Vokalmusik<\/em> (A) und <em>Weltliche Vokalmusik<\/em> (B) wurden aus dem Grasberger-Verzeichnis \u00fcbernommen, wohingegen die Kategorien <em>Orchesterwerke <\/em>\u2013 aufgespalten in <em>Symphonien<\/em> und <em>Andere Orchesterwerke \u2013 Kammermusik<\/em>, <em>Bl\u00e4sermusik<\/em>, <em>Klavierst\u00fccke<\/em> und <em>Orgelwerke<\/em> in der \u00fcbergeordneten Gruppe <em>Instrumentalmusik<\/em> (C) zusammengefasst wurden.<\/p>\n<p>Da es sich bei den als verschollen geltenden Werken lediglich um acht Werke handelt, wurde diese Kategorie nicht nochmals in Unterkategorien aufgeteilt, da die Belegstellen wie auch die vermeintlichen Werktitel eine gattungsspezifische Einordnung nur spekulativ zugelassen h\u00e4tten. Bis auf die Werke WAB 135 und 227 ist die Existenz dieser Werke nur durch Sekund\u00e4rliteratur, Briefe von Personen aus dem Bruckner-Umfeld oder durch m\u00fcndliche Tradierung innerhalb einer Familie belegt. Im Fall von WAB 135 \u00fcberliefert ein Brief Bruckners* die Existenz eines <em>Zigeuner-Waldliedes<\/em> und die Annahme, dass es WAB 227 (Kyrie und Gloria) einmal gegeben hat, geht auf einen autographen Eintrag Bruckners in einer Quelle zu WAB 9 zur\u00fcck. Letztendlich lie\u00dfen sich im Zuge der Projektarbeit leider keine neuen, gesicherten Erkenntnisse \u00fcber die Authentizit\u00e4t oder den Verbleib dieser Werke gewinnen.<\/p>\n<p>Insgesamt findet sich in den Kategorien A\u2013D ein Hauptteil der urspr\u00fcnglichen Werke WAB 1\u2013149 wieder. Neue Werke wurden entsprechend ihrer gattungsspezifischen Eigenheiten eingeordnet.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Garamond',serif; color: windowtext;\">Die Kategorien E\u2013K<\/span><\/h3>\n<p>Die Quellen, die in den Kategorien E\u2013K eingeordnet wurden, bilden ein in h\u00f6chstem Ma\u00dfe disparates und heterogenes Quellenkorpus. Dabei handelt es sich nicht um vollst\u00e4ndige Werke Bruckners sondern um <em>Skizzen, Fragmente und Entw\u00fcrfe<\/em> (E), <em>Studien und analytische Arbeiten<\/em> (F), <em>Bearbeitungen<\/em> und <em>Abschriften von Werken fremder Komponisten<\/em> (G und H) sowie <em>Incerta<\/em> (I) und <em>Falsa <\/em>(K). In der Kategorie E sind daher neben den WAB-Nummern 138\u2013142 sowie 146 vorwiegend teils einzelne, teils zusammenh\u00e4ngende Skizzen und Entw\u00fcrfe gelistet, die Bruckner w\u00e4hrend seines Studiums der Formenlehre bei Otto Kitzler anfertigte (siehe Sonderfall \u201eKitzler-Studienbuch\u201c). Neben den Studienb\u00fcchern Bruckners finden sich in der Kategorie F auch Bruckners Handexemplare verschiedener musiktheoretischer Schriften, die im Zusammenhang mit seiner Ausbildung stehen und deren Aufnahme besonders mit Blick auf die zahlreichen handschriftlichen Kommentare von gro\u00dfer Bedeutung sind. Als Deposita fungieren in dieser Kategorie die WAB-Nummern 253, 254 und 259: im Falle von WAB 253 und 254 enthalten sie zumeist lose \u00dcbungs- und Notizbl\u00e4tter, deren Inhalt thematisch den Harmonielehre- und Kontrapunkt-Studien zugeordnet werden kann. Dahingegen beinhaltet WAB 259 eine Auflistung s\u00e4mtlicher Quellen, die als Sch\u00fcler-Mitschriften den von Bruckner erteilten Unterricht dokumentieren. Mit den Fugen-Fragmenten (WAB 260\u2013262) werden hier auch Werke gef\u00fchrt, die in Zusammenarbeit zwischen einzelnen Sch\u00fclern und Bruckner entstanden sein sollen.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnlich disparates Bild bieten die <em>Abschriften von Werken anderer Komponisten <\/em>(H), deren Quellen vorwiegend im Stiftsarchiv St. Florian aufbewahrt werden. Um hier eine m\u00f6glichst hohe Transparenz zu schaffen wurden den identifizierten Werken in diesen Handschriften jeweils eine WAB-Nummer zugewiesen. Dies dient einerseits der besseren Identifizierung der Quelle und andererseits der eindeutigen Zuschreibung der Quelle zu Bruckners Werkkorpus. Diese s\u00e4mtlich von Bruckner angefertigten Abschriften umfassen sowohl Partiturabschriften als auch Einzelstimmen, sowie Abschriften gesamter Werke, einzelner Werkteile wie lediglich einzelner Themen- und Motivgruppen. Eine ebenso gro\u00dfe Streuung zeigt sich bei der gattungsspezifischen Einordnung dieser Abschriften, so dass ein Gruppieren dieser Abschriften nur teilweise m\u00f6glich war und demtentsprechend eine alphabetische Sortierung vorgenommen wurde.<\/p>\n<p>Die in der Kategorie <em>Bearbeitungen <\/em>(G) angef\u00fchrten Werke stellen dagegen ein geschlosseneres Bild dar, da es sich hier um sechs Werke (WAB 263\u2013268) handelt, die g\u00e4nzlich als in sich geschlossen, die Umarbeitungen Bruckners im Gegensatz zur Vorlage dokumentieren. Mit den Kategorien <em>Incerta <\/em>(I) und <em>Falsa<\/em> (K) tr\u00e4gt die Werksystematik dem Umstand Rechnung, dass zum einen \u00fcber bestimmte Kompositionen bisher kein gesicherter Forschungsstand besteht und zum anderen, dass bisherige Falschzuschreibungen wie der <em>Apollo-Marsch<\/em> (WAB 115), ihre Nummerierung beibehalten und somit als Werke aus dem Forschungsumfeld Bruckners erkenntlich bleiben.<\/p>\n<p>Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Werkstatus der in den Kategorien E\u2013K eingeordneten Werken nicht zweifelsfrei dem einer vollwertigen Eigenkomposition Bruckners entspricht, wird den Werknummer 230 bis 327 eine &#8220;add&#8221;-Markierung (z. B. WAB add 230) beigef\u00fcgt. Trotz der Beif\u00fcgung des Addendum-Vermerks wird die fortlaufende Nummerierung der Werke fortgesetzt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Garamond',serif; color: windowtext;\">Sonderfall \u201eKitzler-Studienbuch\u201c<\/span><\/h3>\n<p>Das sogenannte <em>Kitzler-Studienbuch<\/em> stellt in der Eingliederung in die Werksystematik und Erschlie\u00dfung als Quelle einen Sonderfall dar. Einerseits wurde die gesamte Quelle**<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> unter der WAB-Nummer 252 im Verzeichnis katalogisiert. Andererseits wurden einzelne Kompositions\u00fcbungen, Entw\u00fcrfe aber auch vollst\u00e4ndige Lied- oder Instrumentalkompositionen als einzelne WAB-Nummer gef\u00fchrt. Dieses doppelte Vorgehen war notwendig, da vereinzelte Kompositionen bereits unter einer WAB-Nummer (96\u201399) oder einer \u201eWAB deest\u201c-Nummer firmierten. Eine Zur\u00fccksetzung der bereits vorhandenen Nummern h\u00e4tte dem grunds\u00e4tzlichen methodischen Vorgehen widersprochen, so dass die Einordnung der Werke aus dem <em>Kitzler-Studienbuch<\/em> bez\u00fcglich ihres Werkstatus und ihrer Eigenst\u00e4ndigkeit nur fallweise entschieden werden konnte.<\/p>\n<p>* Harrandt, Andrea und Schneider, Otto (Hg.): Briefe von, an und \u00fcber Anton Bruckner. Bd. I. 1852\u20131886 (= NGA XXIV\/1),\u00a0 2., revidierte und verbesserte Auflage Wien 2009, Brief: 630729 An August Silberstein, Wien, 41.<br \/>** A-Wn, Mus.Hs. 44706.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"gap20\"><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Werksystematik des neuen Bruckner-Werkverzeichnisses bildet in den Kategorien A\u2013K den bisherigen Quellenbestand aller bekannten Bruckner-Quellen ab (siehe Quellenlage). 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